Frank Nitsche

Malerei | Grafik | Information

Paul Otto Knust

Erinnerung an meinen Meister

 

 

 

 

1919

1944

1945

1947

1948-1953

 

 

 

 

1954

ab 1954

1964-1990

 

 

ab 1974

 

 

1990

2009

Biografie Paul Otto Knust

 

 

Geboren in Heringen (Thüringen)

erste künstlerische Anleitung in Holland

autodidaktische Weiterbildung in Malerei und Grafik

freischaffender Maler

Studium Malerei Grafik Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein

                  Malklasse von Charles Crodel

                  Bei Gustav Weidanz Porträt, Aktzeichnen

                  Bei Kurt Bunge Naturstudium und Restaurierung

                  Bei Karl Rödel Lithographie

freischaffender Künstler

Kunsterzieher an hallescher Oberschule

wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lektor und Lehrer für Kunst, Kunstgeschichte, Schriftgestaltung und ästhetische Erziehung an der Pädagogischen Hochschule in Halle

Berufenes Mitglied in der Kommission für künstlerische und ästhetische Bildung und Erziehung an Hochschulen der DDR beim Ministerium für Volksbildung

Beendigung der Lehrtätigkeit

in Nordhausen verstorben

 

 

Ausstellungen

Halle, Heringen, Westberlin, Moskau, Tschechoslowakei

 

 

Paul Otto Knust um 1980

Paul Otto Knust

 

An meinen künstlerischen Ziehvater geriet ich im Jahr 1975 – im Alter von 17 Jahren. Als Lehramtsstudent für die Fächer Mathematik/Physik ward im ersten Studienjahr zur Pflicht gemacht, während zweier Semester ein künstlerisch-kulturelles Fach zu belegen. Meine Wahl fiel auf das Fach Zeichnen. Der Kursleiter war Otto Knust.

Um die 20 Studenten saßen einmal in der Woche  in einem Seminarraum um Stillleben und Gipsköpfe herum und übten sich zunächst am klassischen Naturstudium und später am Porträtzeichnen. Zum Ende des Studienjahres machte Knust einigen aus unserer Mitte das Angebot, die begonnenen Studien unter seiner Anleitung fortzusetzen. Im „Atelier“  – nun schon  zwei Mal die Woche – begann eine intensive Anleitung zu Farbe und Maltechniken. Sehr bald schon verbrachte ich jede freie Minute in diesem Raum, dessen Schlüssel für uns frei zur Verfügung stand.

Otto Knust war für mich in dieser Zeit zuerst ein Mentor auf dem Weg in die Welt der Bilder, aber mehr noch wurde er, was man - etwas altmodisch - einen väterlichen Freund nennt. Sein Wissen schien unerschöpflich, die bilderreichen Erzählungen waren gespickt mit deftigem Humor und Hinweisen auf Literatur und Musik. Er öffnete mir die Augen für einen bunten Kosmos, der so gar nicht mit meinem damals schwarz weißen Denken zusammenpassen wollte. Nach dem Ende meiner Studienzeit in Halle besuchte ich Otto Knust regelmäßig in seinem Atelier in der Körnerstraße und später dann in seinem Haus in Heringen. Er nahm sich gewöhnlich den ganzen Tag Zeit. Ich kam mit einer prall gefüllten Mappe voller Arbeiten. Er korrigierte diese ohne Gnade, wenn ihm das Blatt missfiel, fielen seine Kommentare schon mal deftig aus. Meist aber baute er mein Selbstbewusstsein auf und wies mir Auswege aus den Sackgassen.  Irgendwann vor knapp zehn Jahren war er so begeistert, dass er sich zu dem Satz hinreißen ließ: „Frank – ich begrüße Sie als meinen Kollegen! Ich kann Ihnen nichts mehr beibringen.“

Otto Knust hat bis zuletzt das „Sie“ gepflegt, doch er gestand mir, dass er sich stets um mich gesorgt hat wie um einen Sohn, vor allem in Zeiten, da es gefährlich war, mit Büchern von Nietzsche oder Ernst Wiechert im Gepäck zur Armee eingezogen zu werden.

Heute fast vier Jahre nach seinem Tod nenne ich ihn nur noch liebevoll Otto, denn er war mir geistiger und künstlerischer Vater, mit allen Fehlern und Vorzügen. Über sein eigenes Tun am Ende seines erfüllten Lebens urteilte er mit dem Satz: „Er war ein Mensch.“ (Frank Nitsche 2013)

 

 

Mit Paul Otto Knust im Atelier in der PH Halle - 1978

Paul Otto Knust

Trommler - Öl auf Hartfaser - 26 x 36 - 1989

Paul Otto Knust

Eiertanz - Öl auf Hartfaser - 25 x 36 - 1989/90

Paul Otto Knust

Beisetzung - Öl auf Hartfaser - 60 x 70 - um 1980

Paul Otto Knust

Töpferin - Öl auf Hartfaser - 60 x 80 - 1980-er

Paul Otto Knust

Halde - Öl auf Hartfaser - 60 x 80 - um 1990

Paul Otto Knust

Hampelmann - Aquarell - 21 x 31 - 1983

Paul Otto Knust

Katzenturm - Aquarell - 21 x 33 - 1983

Paul Otto Knust

Manege - Aquarell - 20 x 20 - 1973

Paul Otto Knust

ö.T. - Bleistift - 21 x 30 - um 1980

Paul Otto Knust

Wissenschaftler - Bleistift - 21 x 30 - um 1980

Paul Otto Knust

Verhaftung der Muse - Bleistift - 21 x 30 - um 1980

Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt

Kontakt: 03473 808296  Mail: nitscheasl@hotmail.com